VEREINSGESCHICHTE

Unsere Vereinsgeschichte von 1957 bis 2007

1957 – Die Gründung

Am 1. November 1957 wurde der Schützenverein Tannengrün Unterwangenbach gegründet. Als „Anstifter“ der Vereinsgründung gilt Johann Ginzinger.

Die Gründungsversammlung fand im Bierstüberl von Xaver Raab statt. Insgesamt acht Gründungsmitglieder waren an diesem historischen Tag anwesend:

Johann Ginzinger, Otto Raab, Alois Raab, Michael Schmid, Xaver Raab (Gastwirt), Michael Simbürger, Anton Ginzinger und Ludwig Auer.

Schon kurze Zeit nach der Gründungsversammlung schlossen sich weitere acht Mitglieder dem Verein an:

Bartholomäus Raab, Xaver Raab, Sebastian Mirlach, Albert Anneser, Adolf Raab, Gottfried Müller, Johann Graßl und Franz Kroiß.

Die erste Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:

  1. Schützenmeister: Johann Ginzinger

  2. Schützenmeister: Alois Raab
    Schriftführer: Sebastian Mirlach
    Kassier: Alois Raab
    Waffenwart: Michael Schmid

Für den noch jungen Verein wurde ein gebrauchtes Gewehr vom Sternbräu in Regensburg gestiftet. Ein gebrauchter Schießstand wurde gekauft. Geschossen wurde im Bierstüberl durch das Fenster des Nebenzimmers und durch einen Schacht ins Freie.

Bereits kurze Zeit nach der Gründung fand das erste Vereinsschießen statt. Gewonnen wurde dieses von Alois Raab. Der Jahresbeste war zugleich Schützenkönig und gewann die vom Verein gestiftete Scheibe. Im Gegenzug musste er jedoch selbst die nächste Scheibe spenden.

Die Scheibe wurde auf Ringe ausgeschossen. Sebastian Mirlach wurde der erste Schützenkönig. Seine Schützenliesel Rosi Raab durfte ihm die für 120 Mark gekaufte Königskette umhängen. Das Geld für die Königskette wurde von einigen Mitgliedern gespendet.


1959–1962 – Die ersten Schritte

1959 wurde Ludwig Resner zum Schützenmeister gewählt. Bereits 1960 nahm der Verein an den Gaurundenwettkämpfen teil.

Bei der Generalversammlung 1960 wurde erstmals ein Vereinsausschuss gewählt – „zur Kontrolle des Vorstandes“, wie aus den alten Aufzeichnungen hervorgeht.

Von nun an wurden Schützenkönig und Vereinsmeister getrennt ausgeschossen.

1961 trat Renate Kreitmayr als erstes weibliches Mitglied dem Verein bei.

Ein Jahr später, 1962, kaufte der Verein einen neuen Zimmerstutzen für 375 Mark.

In den folgenden Jahren bewegte sich die Mitgliederzahl zwischen 22 und 28 Mitgliedern. Mit Hans Rottengruber und Fritz Haltmair traten die ersten jugendlichen Mitglieder dem Verein bei.


1966–1969 – Fahne und zweiter Schießstand

1966 löste Alois Raab den bisherigen Schützenmeister Ludwig Resner ab.

Unter seiner Führung wurde 1967 der Kauf einer Vereinsfahne beschlossen. Angesichts des Preises von 2.505 Mark für die Fahne mit drei Bändern war dies eine mutige Entscheidung.

Die Fahnenweihe im kleinen Kreis wurde von H. H. Pfarrer Seiler vorgenommen. Fröhlichkeit Lindkirchen war Patenverein. Als Festjungfrauen fungierten Katharina Hösl sowie Klara und Renate Blaimer. Fahnenjunker war Michael Hartl.

Nach der Fahnenweihe wurde ein zweiter Schießstand eingerichtet.

1969 übernahm Johann Ginzinger erneut das Amt des Schützenmeisters, ehe er 1972 durch den langjährigen Schützenmeister und heutigen Ehrenschützenmeister Hermann Sträußl abgelöst wurde.


Anfang der 1970er-Jahre – Der Verein wächst

Für die äußerst positive Weiterentwicklung des Vereins Anfang der 1970er-Jahre war zu einem großen Teil der Neubau des Vereinslokals verantwortlich.

Vereinswirt Rudi Raab, der die Gaststätte von seinem Vater Xaver Raab übernommen hatte, nahm den Neubau des Lokals in Angriff.

Durch den Neubau standen nun vier elektrische Schießstände zur Verfügung. Zu den bereits vorhandenen zwei Zimmerstutzen wurde ein Luftgewehr von der Löwenbrauerei Passau gestiftet. Außerdem kaufte der Verein zwei weitere Luftgewehre.

Das erste Preisschießen im neuen Vereinslokal gewann Fritz Haltmair.

In den folgenden Jahren erhöhte sich die Zahl der Schießstände von vier auf acht. Gleichzeitig stieg auch die Mitgliederzahl kontinuierlich an.

Von 42 gemeldeten Aktiven im Jahr 1973 wuchs der Verein bis 1977 auf 83 Mitglieder.

Auch die Aktivitäten rund um den Schießsport nahmen in dieser Zeit deutlich zu.

Neben der Teilnahme an den Gaurundenwettkämpfen wurden Vereinsmeisterschaften in den Klassen Schützen, Damen und Jugend ausgetragen. Mit der Luftpistole kam eine neue Waffenart hinzu und auch die Blattlwertung wurde eingeführt.

Im Verein hatte sich in dieser Zeit einiges getan.


Gesellschaft und Vereinsleben

Auch die gesellschaftlichen Ereignisse kamen nicht zu kurz.

Zu Silvester wurde das Stroh- und Päckchenschießen veranstaltet. Höhepunkte dieser Abende waren, wie sich viele noch erinnern werden, die Ratschkateln Maria Sträußl und Leni Holub sowie das Duo Wast Hollmayer und Theodor Seidl.

In der Vorstandschaft wurde erstmals über eine Tracht für unsere Schützendamen diskutiert.


1977 – Ein Jahr der Veränderungen

1977 war das Jahr, in dem die Weichen für die Zukunft neu gestellt wurden.

Eine Satzung wurde ausgearbeitet und die Gemeinnützigkeit beantragt. Mit tatkräftiger Mithilfe und Unterstützung unseres Vereinswirts Rudi Raab wurde außerdem der Neubau der Schießanlage in Angriff genommen.

Bereits im Herbst standen zehn neue Schießstände zur Verfügung.

Damit verfügte der Verein damals über die größte feste Anlage im Gau, wie uns Gauschützenmeister Sepp Bauer bestätigte. Darauf waren wir natürlich stolz.

Unter diesen Voraussetzungen trafen die Verantwortlichen die Entscheidung, ein Jubiläumsschießen durchzuführen.

Mit dieser Entscheidung wurde auch die bisherige Scheu vor größeren Schießveranstaltungen abgelegt. Erfahrungen hatte man bis dahin lediglich bei Vergleichsschießen mit drei geladenen Vereinen gesammelt.

Ein Programm wurde erstellt. Das Deckblatt war von Leni Holub handgemalt. Aus Kostengründen wurde es lediglich kopiert und nicht gedruckt.

Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Braun aus der Gemeinde Lindkirchen wurde vom 10. bis 20. November 1977 das erste Jubiläumsschießen durchgeführt.

Mit einer Beteiligung von 458 Schützen aus dem Gau Hallertau wurde diese Veranstaltung zu einem großen Erfolg.


1978–1979 – Die Stadtmeisterschaft entsteht

Auch im Folgejahr gingen die Aktivitäten weiter.

Auf Initiative des Schützenvereins Tannengrün wurde in Abstimmung mit den Schützenmeistern der Stadtvereine die Stadtmeisterschaft ins Leben gerufen.

Damals wussten wir allerdings noch nicht, dass wir zahlreiche Mannschafts- und Einzeltitel erringen würden.

Die Teilnahme an Fahnenweihen im Gau gehörte mittlerweile ebenso zur Tagesordnung wie die Teilnahme an der 25-Jahrfeier der Stadterhebung von Mainburg im Jahr 1979.

Vereinsausflüge, Skifahrten, Sommernachtsfeste und die sonstigen geselligen Veranstaltungen wie Silvester, Kranzl und Faschingssamstag erfreuten sich großer Beliebtheit und waren bestens besucht.

Auch über die Grenzen des Gaues hinaus zeigte der Verein Präsenz.

Die Vergleichsschießen in Prittlbach und Seeshaupt sind nur einige Beispiele, bei denen nicht allein der sportliche Aspekt im Vordergrund stand.


1980 – Schützenkönig erstmals durch Blattlwertung

Stefan Berger war 1980 der erste Schützenkönig, der durch Blattl ermittelt wurde.

Die Mitgliederzahl stieg weiterhin an.

1981 waren von insgesamt 125 Mitgliedern 43 aus dem Junioren-, Jugend- und Schülerbereich. Einen derart hohen Anteil sollte der Verein später nicht mehr erreichen.


1982 – Das große Jubiläumsjahr

Nun näherten wir uns dem größten Jahr unserer Vereinsgeschichte: 1982 feierte der Verein sein 25-jähriges Bestehen.

Sieben Mannschaften beteiligten sich an den Gaurundenwettkämpfen.

Die Identifikation mit dem Schützenverein war kaum noch zu überbieten. Die Beteiligung an den internen Schießabenden war sehr hoch und auch die Zahl der Veranstaltungstermine nahm stetig zu.

Beim Schützenverein Bergfreunde Elsendorf waren wir Patenverein bei deren Fahnenweihe.

Ein herrliches Bild bot sich, als die Tannengrünschützen mit über 80 Teilnehmern in Schützentracht auftraten.

Auch der Vereinsausflug nach Mudersbach übertraf alles, was es bisher in dieser Richtung gegeben hatte. Vielleicht lag es aber auch am Zusammentreffen mit einem der damals besten Boxer, Peter Hussing.

Die Gastfreundschaft, die uns im Siegerland entgegengebracht wurde, war beim Gegenbesuch im Folgejahr nur schwer zu überbieten.

Der Höhepunkt des Jubeljahres war allerdings der Erfolg unseres Jubiläumsschießens.

Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Kirzinger beteiligten sich vom 29. Oktober bis 7. November 1982 insgesamt 520 Schützen an diesem Schießen.

Ein Ergebnis, das damals mit vielen Gauschießen konkurrieren konnte.

Diesmal waren die Programme bereits gedruckt.


Die folgenden Jahre – Sport und Gemeinschaft

In den nächsten Jahren setzten sich die sportlichen Erfolge unserer Schützen auf Gau- und Bezirksebene weiter fort. Auch das gesellschaftliche Engagement blieb konstant hoch.

Der Gegenbesuch der Mudersbacher Schützen stand auf dem Programm und wurde mit einem herrlichen Abend im Sträußl Stadl verbunden.

Dieses Fest war schließlich die Idee für ein Dorffest, das die Tannengrünschützen 1984 veranstalteten und das mittlerweile von der Feuerwehr weitergeführt wird.

Auch sportliche Aktivitäten außerhalb des Schießstandes standen auf dem Programm.

Vereinsmeisterschaften im Skifahren waren bei anderen Schützenvereinen eigentlich nicht an der Tagesordnung.


1986 – Neue Serien und der erste Schützenbrief

1986 wurden vereinsintern die 10er-Serien eingeführt und der erste Schützenbrief an die Mitglieder verteilt.

Die zahlenmäßig starke Teilnahme an Hopfenfest- und Gallimarktausmarsch, Fronleichnamsprozession, Kriegerjahrtag sowie an Fahnenweihen innerhalb und außerhalb des Gaues muss eigentlich nicht mehr besonders erwähnt werden.

Ebenso wurde die Teilnahme am Christkindlmarkt und beim Faschingstreiben zur Selbstverständlichkeit.

Dass bei Preis- und Pokalschießen die Meistbeteiligung regelmäßig vom Schützenverein Tannengrün gestellt wurde, war ebenfalls eine Tatsache.

Zur Vervollständigung unserer Schützentracht wurde erstmals über die Anschaffung von Jacken diskutiert. Eine Entscheidung hierzu fiel schließlich 1990.


1987 – Das nächste Jubiläumsschießen

Alle Jahre wieder – in diesem Fall alle fünf Jahre wieder – stand das nächste Jubiläumsschießen an.

Vom 13. bis 21. November 1987 beteiligten sich 314 Schützen von 16 geladenen Vereinen an unserem Schießen.

Mittlerweile war die Abwicklung solcher Veranstaltungen bereits fast zur Routine geworden.

Die Mitgliederzahl hatte sich bei 130 bis 140 eingependelt und blieb auch in den folgenden Jahren konstant.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen war allerdings leider etwas rückläufig.

Umso engagierter waren unsere aktiven Schützen.

Die ersten Auszeichnungen für 250 Mannschaftseinsätze wurden vorgenommen.


1991–1992 – Das Vereinsleben geht weiter

Es ging alles seinen gewohnten und geordneten Gang, bis der kleine Schützenverein Tannengrün 1991 von der großen Weltpolitik eingeholt wurde.

Durch die Kuwaitkrise beziehungsweise den daraus entstandenen Golfkrieg wurde in Deutschland eine Art Hysterie ausgelöst. Wie fast alle Vereine im Umkreis sagten auch wir unser Schützenkranzl ab.

Dass wir anschließend vom 13. bis 25. November 1992 unser nächstes Jubiläumsschießen abhielten, mit 313 Schützen bei 20 geladenen Vereinen, braucht eigentlich kaum noch erwähnt zu werden.

Wie bereits gesagt: Es ging alles seinen gewohnten Gang.


1993 – Ein schwieriges Jahr

Doch dann kam der 11. Juni 1993 – vielleicht der schwärzeste Punkt in der Geschichte unseres Schützenvereins.

An diesem Tag musste unsere Generalversammlung mit Neuwahlen ergebnislos abgebrochen werden.

Zwei Wochen später konnte bei einem neuen Termin Josef Rubey zum Nachfolger von Hermann Sträußl gewählt werden.


1994–1995 – Neue Impulse

Gestattet mir, dass ich die nächsten Jahre etwas kürzer fasse.

Der Terminkalender mit den Standardterminen, die bereits mehrfach angesprochen wurden, wurde abgearbeitet.

Die Vereinsausflüge erfreuten sich wieder großer Beliebtheit.

Durch die Gesetzgebung erhielten Kinder die Möglichkeit, am Schießbetrieb teilzunehmen, was auch bei uns zu neuen Mitgliedern führte.

Einen großen Tag erlebte der Schützenverein 1994, als Hermann Sträußl zum Ehrenschützenmeister der Tannengrünschützen ernannt wurde.

Bei den Neuwahlen 1995 übernahm Alois Berger das Amt des 1. Schützenmeisters.

Mit Gabi Wagner gab es zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine weibliche Schützenkönigin.

Außerdem wurde der Verein vom Taxiunternehmen Esser mit Sweatshirts unterstützt.


1997 – Das Jubiläumsschießen im Zeichen der Technik

Ach ja, da war doch noch etwas im Jahr 1997:

Unser Jubiläumsschießen mit 498 Schützen aus 30 geladenen Vereinen.

Diesmal allerdings nicht mehr mit handgemalten Programmen und Kopien, sondern vollständig EDV-gestützt.

Ein weiterer Schritt in eine neue Zeit.


Ab 1999 – Das Weinfest

Seit 1999 veranstaltet der Schützenverein alljährlich das Weinfest in Unterwangenbach.

Nach der Verlegung der Gaststätte in den Keller war es leider nicht mehr möglich, ein Schützenkranzl abzuhalten.


2003 – Die moderne Technik hält Einzug

2003 hielt die moderne Technik endgültig Einzug in unseren Schießbetrieb.

Die Auswertung der Schießergebnisse bei den Vereinsschießen erfolgt seither mit dem Computer.

Auch die Schießstandbeleuchtung wurde auf den neuesten Stand gebracht.


2007 – Ein trauriger Einschnitt

Ein trauriges Ereignis traf den Verein im Januar 2007.

Unser langjähriger Schriftführer Anton Sommerer verstarb im Alter von 49 Jahren.

Er hatte dieses Amt 30 Jahre lang bekleidet.

Mit seinem Tod verlor der Schützenverein Tannengrün Unterwangenbach einen langjährigen Weggefährten und engagierten Funktionär.


Rückblick

Von den bescheidenen Anfängen im Bierstüberl von Xaver Raab bis hin zu einer modernen Schießanlage mit computergestützter Auswertung hat der Schützenverein Tannengrün Unterwangenbach in fünf Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung genommen.

Was 1957 mit acht Gründungsmitgliedern begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem Verein, in dem sportlicher Schießbetrieb und gesellschaftliches Miteinander gleichermaßen ihren festen Platz haben.

Zahlreiche Schießveranstaltungen, Jubiläumsschießen, sportliche Erfolge, Fahnenweihen, Vereinsausflüge und gesellige Veranstaltungen prägten die Geschichte des Vereins.

Vor allem aber waren es die Menschen, die diesen Verein über Jahrzehnte hinweg geprägt haben.

Ihre Begeisterung für den Schießsport, ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Verbundenheit mit dem Schützenverein Tannengrün Unterwangenbach haben die Grundlage dafür geschaffen, dass der Verein auch nach 50 Jahren auf eine bewegte und ereignisreiche Geschichte zurückblicken kann.

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